Wie sieht der Alltag mit Diabetes aus?
Diabetes erfordert eine gewisse Regelmäßigkeit im Alltag. Die Steuerungsmöglichkeiten sind für Hunde noch nicht so vielfältig wie beim Menschen - Routine ist sehr hilfreich!
Um auch eine Vorstellung vom Aufwand zu geben und vielleicht ein bisschen Angst zu nehmen, hier mal ein klassischer Tagesablauf von uns:
Morgens
Unser Tag beginnt meistens gegen 7 Uhr. Über Nacht ist Kiras Blutzucker meistens kontinuierlich gesunken und liegt bei ca. 15 mmol/l. Durch das Dawn-Phänomen steigt er direkt nach dem Aufstehen oft erstmal. Wir gehen eine kleine Runde (ca. 1/2h) auf die nahegelegene Wiese, wo Kira Hundezeitung lesen, spielen und ihr Geschäft verrichten kann.
Ich wiege ihr Frühstück meistens schon vor dem Gassi gehen ab und nehme einen Teil davon als Leckerli mit. Dann üben wir ein paar Kommandos oder Tricks oder spielen Apportieren.
Zuhause ist ihr Blutzucker meistens genauso hoch oder sogar höher als vorher. Dann kriegt sie Insulin gespritzt, ihre Augentropfen, bekommt kurz die Zähne geputzt und wenn sie nicht gerade einen Sensor trägt, wird ihn Blutzucker gemessen. Dafür gibt es natürlich auch Belohnungen, die ich von ihrem Frühstück abziehe. Den Rest kriegt sie dann normal aus dem Napf.
Mittags
Nach dem Frühstück müssen wir Menschen arbeiten und Kira liegt im Büro herum und schläft. Ihr Blutzucker steigt durch das Futter nun meistens an, das hängt aber auch davon ab, wie groß die Morgenrunde war.
Zwischen 13 und 17 Uhr machen wir dann die große Runde. Aktuell braucht sie während der 1,5 bis 3h draußen immer wieder Traubenzucker. Lange waren ihre Werte so hoch, dass auch Bewegung ihren Blutzucker nicht zu stark senken konnte. Mittlerweile hat sie bessere (niedrigere) Werte, kommt aber auch schneller an eine Unterzuckerung heran.
Abends
Wenn wir zuhause sind, wird Kira ab 19 Uhr stupsig 😄 Sie kommt dann alle 15 Minuten zu uns, stupst uns an, grunzt, und lässt sich dann mit einem "Du bist zu früh dran" wieder zum Dösen überreden. Ziemlich genau um 20 Uhr kriegt sie immer Abendessen, also möglichst 12h nach dem Frühstück.
Wenn wir unterwegs sind, z. B. im Restaurant oder bei Verabredungen, haben wir ihr Futter, Insulin, Spritzen, Messgerät etc. natürlich dabei. Um 20 Uhr gehen wir dann ggf. kurz vor die Tür für ihre Routine und um den Rest des Raumes nicht mit dem Hundefuttergeruch zu belästigen.
Fazit
Für das Insulin spritzen und Messen vor dem Füttern brauchen wir am Tag nur wenige Minuten. Die möglichst regelmäßigen Abläufe mindestens bezüglich des Futters habe ich inzwischen für meinen eigenen Tagesablauf schätzen gelernt.
Was herausfordernd ist: Wenn wir Kira abends nicht mitnehmen können, z. B. ins Theater, brauchen wir jemanden, der sich das Insulin spritzen zutraut. Es ist wirklich kein Hexenwerk, aber ein bisschen mehr erklären muss man eben doch. Sie einfach früher oder später zu füttern ist nicht wirklich eine Option.
Und was mich immer wieder viel Zeit kostet, ist das Sammeln von Informationen, das Vergleichen von Futter und das Überlegen, wie man irgendwas optimieren kann. Das fällt für mich aber ein Stück weit unter Hobby und Freizeit - und einen Teil dieser Arbeit nimmt Dir hoffentlich dieser Blog ab 😄