Wie Kira zu ihren Menschen kam
Hallo,
ich bin Kira, eine Deutsche Schäferhündin, und ungefähr 2016 geboren (also aktuell ca. 9 Jahre alt). Meine Menschen sagen, ich bin der beste Hund der Welt - und ich habe Diabetes. Deswegen haben meine Menschen da enorm viel drüber gelesen und damit andere Hunde und ihre Menschen es einfacher haben, gibt es diesen Blog.
Jetzt geht es aber erstmal um mich 😄
Meine Vorgeschichte
Die ist zu großen Teilen geheim und erzähle ich niemandem :) Auch meinen Menschen nicht - aber da ich so ein freundlicher, gelassener Hund bin, denken sie, dass ich einen ganz guten Start ins Leben hatte. Wissen tue das aber nur ich.
Dann ist irgendwie irgendwas schiefgegangen - auf jeden Fall durfte ich nicht mehr aus der Wohnung raus (das war echt doof, ich musste ja trotzdem irgendwo mein Geschäft machen und wollte das natürlich nicht in meinem Zuhause machen) und irgendwann habe ich auch kein Futter mehr bekommen. Das haben anscheinend Nachbarn mitbekommen und dem Veterinäramt Bescheid gesagt.
So bin ich ungefähr im Juli 2024 im Tierheim gelandet. Dort wurde sich ganz toll um mich gekümmert, mir wurde ein Tumor entfernt und ich durfte nach der OP eine Zeit lang auf einer Pflegestelle leben. Im Tierheim sind ja auch ganz viele andere Hunde und nicht alle sind so entspannt wie ich.
Das Tierheim hat dann ein Foto und eine Beschreibung von mir auf seine Webseite gestellt und da wurde ich von meinen heutigen Menschen entdeckt. Sie wollten "nur mal ganz unverbindlich zum Angucken" vorbeischauen, aber ich habe sie natürlich sofort um die kleine Kralle gewickelt (obwohl ich sie gar nicht beachtet habe, die hatten ja gar kein Futter mit). Zwei Wochen später, im September 2024, durfte ich in mein für-immer-Zuhause ziehen 😄

Die ersten 1,5 Jahre
Im Tierheim wurde ich ja nochmal komplett durchgecheckt, die Wunde von der Tumor-Entfernung war super verheilt und ich war so fit, wie man in meinem betagten Alter nach den nicht so schönen letzten Monaten eben sein konnte.
Am Anfang war ich natürlich total aufgeregt, schon wieder ein neuer Ort und neue Menschen, aber ich bin ja schon erfahren und habe mich schnell eingelebt.
Nach nur drei Monaten ging es mir aber plötzlich irgendwie total schlecht. Da hatte ich gerade eine Läufigkeit hinter mir - und irgendwie hatte ich wahnsinnig Durst und Hunger. Ich habe trotzdem fürchterlich abgenommen und irgendwie habe ich mich nach dem Fressen total komisch gefühlt, wo ich doch gleichzeitig so hungrig war! Meine Menschen waren natürlich total besorgt und ich musste zum Tierarzt und mir Blut abnehmen lassen.
Da kam dann raus - ich habe Diabetes!
Bis dahin hatte ich schon knapp 7kg abgenommen und war total schwach und wackelig. Ich wurde sofort in die Klinik gebracht und musste kastriert werden, weil die Sexualhormone den Blutzucker total durcheinanderbringen können.
Ich war total tapfer und durfte schon nach zwei Tagen wieder nach Hause. Mein erstes Weihnachten im neuen Zuhause haben meine Menschen und ich zusammen auf der Couch verbracht.
Die Wochen und Monate danach waren ein großes Auf und Ab. Es lief eigentlich ganz gut, mir wurde ganz oft ins Öhrchen gepiekst (aua, aber es gibt Leckerlis dafür! 😄), aber so richtig besser wurde mein Blutzucker nicht.
Und auch meine Verdauung war ganz schlimm - ich musste ja Diabetikergeeignetes Futter bekommen, das habe ich aber alles nicht vertragen. Ich habe es total gerne gefressen, aber kein Gramm zugenommen.
Meine Menschen haben sogar eine Ernährungsberaterin für mich gehabt, dennoch hat es Monate gedauert, bis wir endlich ein Futter gefunden haben, das ich vertragen habe und das für die Diabetes einigermaßen gepasst hat.
Es wurde also langsam entspannter - als plötzlich die Welt um mich herum immer nebliger wurde. Das ging so schnell! Nach ein paar Tagen konnte ich kaum noch sehen, was vor mir ist und musste immer gesagt bekommen, wenn irgendwo eine Stufe war. Ich bekam Grauen Star - ausgelöst von der Diabetes. Darauf folgten stressige Wochen, in denen ich ganz oft in eine Klinik musste, dann wurde ich wieder operiert... Und konnte wieder sehen :D
Ich kann nicht sagen, wer sich mehr gefreut hat - meine Menschen oder ich!
Jetzt bekomme ich zusätzlich zum Insulin immer noch Augentropfen.

So richtig gut war mein Blutzuckerspiegel aber immer noch nicht... Meine Menschen und eine der vielen Tierärztinnen haben festgestellt, dass ich neue Tumore hatte. Die sollten eigentlich schon im Sommer entfernt werden, dann musste ich da ja aber an den Augen operiert werden.
Also wurden die im Herbst entfernt (sie waren zum Glück wieder gutartig) - und dabei wurde festgestellt, dass meine Zähne ganz hinten im Maul doch nicht so gut aussehen, wie gedacht.
Im November 2025 war dann die (hoffentlich) letzte OP an den Zähnen.
Und heute?
Und siehe da - mein Blutzucker wurde von Woche zu Woche besser und stabiler!
Die Diabetes wird wohl nicht mehr weggehen - Spezialfutter, tägliches Blutzucker messen, Insulin und Augentropfen werde ich wohl immer brauchen. Ich mache das aber so brav (Leckerliii 😃), dass das höchstens zwei Minuten dauert.
Mein Blutzucker ist im Großen und Ganzen im Rahmen, ich kann meine Menschen beim Wandern begleiten (und renne immer vorne weg, bis ich Zucker brauche. Dann dauert es ein paar Minuten und dann sprinte ich wieder durch die Gegend 😄) und Bauchweh habe ich auch nicht mehr. Vielleicht schaffe ich dieses Jahr sogar die Begleithundeprüfung - das Training ist super, da gibt es nämlich auch ganz viele Leckerli!
Wie alt ich bin, weiß auch niemand (ich habe es glaube ich auch vergessen... 😆), ich fühle mich aber noch fit und habe hoffentlich noch ganz viel Zeit mit meinen Menschen auf dieser Welt. Die Diabetes wird mich auf jeden Fall nicht aufhalten!